Abschied von einem geliebten Tier
Leih mir ein Tier
„Ich will Dir ein Tier für eine Weile leihen“, hat Gott gesagt.
„Damit Du es lieben kannst, solange es lebt
und trauern, wenn es tot ist.
Ich kann Dir nicht versprechen, daß es bleiben wird,
weil alles von der Erde zurückkehren muß.
Wirst Du darauf aufpassen für mich,
bis ich es zurückrufe?
Es wird Dich bezaubern,
um Dich zu erfreuen.
Und sollte sein Bleiben nur kurz sein –
Du hast immer die Erinnerungen,
um Dich zu trösten.
Willst Du ihm all Deine Liebe geben
und nicht denken, daß Deine Arbeit umsonst war?
Und mich auch nicht hassen,
wenn ich das Tier zu mir heim hole?“
Mein Herz antwortete:
“Mein Herr, dies soll geschehen!
Für all die Freuden, die dieses Tier bringt,
werde ich das Risiko der Trauer eingehen.
Wir werden es mit Zärtlichkeit beschützen
und es lieben, solange wir dürfen.
Und für das Glück, das wir erfahren durften,
werden wir für immer dankbar sein.
Aber solltest Du es früher zurückrufen –
viel früher, als geplant,
werden wir die tiefe Trauer meistern
und versuchen, zu verstehen.
Wenn unser geliebtes Tier
diese Welt voll von Spannung und Zwietracht verläßt,
schicke uns doch bitte eine andere bedürftige Seele,
um sie ihr Leben lang zu lieben.“
(Verfasser unbekannt)
Jetzt bin ich (Mensch) alt

Jetzt bin ich alt.
Ich sitze hier auf dem langen geraden Flur und warte. Ich warte – aber nichts passiert.
Irgendwann kam einer und sagte: „So geht es nicht mehr: die Wohnung ungepflegt, die Kleidung nicht sauber, und strenger Geruch überall.“
Man rief einen Wagen und brachte mich fort. Fort von der Wärme und dem weichen Fell meines Freundes. Fort von der Pflicht, mich um jemanden zu kümmern.
Sie sagten: „Schaut hier, der Hund kam nicht mehr regelmäßig raus, man sieht es an der Wohnung. Im Napf das Wasser ist alt.“
Sie brachten mich fort. Fort von der Liebe, mit der ich jeden Morgen geweckt wurde. Fort von der Hilfe, die mein Hund mir gab, damit ich meine Wohnung wieder finde.
Sie sagten: „Sie kann nicht mal für sich selber sorgen, wie denn dann noch für ein Tier?“
Sie brachten mich fort. Und die ersten Tage versuchte ich, die Menschen zu überzeugen, dass ich nach Hause muss. Es ist Mittag, und mein Kleiner braucht Futter. Dunkel erinnere ich mich, dass ich danach mit ihm raus muss.
Aber keiner hört mich! – Will mich keiner verstehen?
Man sagt mir, der Hund sei gut untergebracht. Was heißt das? Mein Kleiner gehört doch zu mir!!!
Jetzt bin in ich alt. Ich sitze hier auf dem langen Flur und warte – im Arm meinen Stoffhund. Aber niemand gibt mir die Wärme zurück und die Liebe.
Ich erinnere mich nicht mehr so richtig, aber etwas fehlt…
Autorin: Kerstin Meyer
Abschied von Pussy
Meine “Madame Pussy” war eine schwarze Katze, und als ihre Zeit zu Ende ging, lebte sie bei meiner Mutter.
Einige Stunden nach ihrem Tod, von dem ich nichts wußte, erschien sie als strahlend weiße Katze an meinem Bett, wohl um sich zu verabschieden.
Ich war in einer Art Halbschlaf. Das heißt, ich war mir bewußt, daß ich im Bett lag, wunderte mich aber nicht, daß Pussy plötzlich weiß war und überhaupt anwesend, was ja unmöglich war. Ich erkannte sie sofort, und freute mich, als sie auf mein Bett sprang. Erst als ich erwachte, wurde mir klar, daß sie doch schwarz ist, und ich wußte sofort, daß ihre Seele mich besucht hatte. Ich dachte mir dann, daß sie gestorben war.
Zwei Tage später rief meine Mutter an und sagte: “Du, ich muß Dir was sagen …” – “Ja Mutti, ich weiß schon. Sie war hier und hat sich verabschiedet.”
Autorin: Renate Z.
Engel der Trauer
Wenn Trauer fest die Arme
um Deine Seele schlingt,
der Kummer still und leise
tief in Dein Herz eindringt.
Wenn viele heiße Tränen
benetzen Dein Gesicht,
und Deine trüben Augen
verlieren jede Sicht.
Wenn tief in Deinem Körper
das Leid Dich fast zerreißt,
Du langsam kannst verspüren,
wie alles kalt vereist.
Dann schau hinauf zum Himmel,
such Dir den hellsten Stern,
hör, wie er leise flüstert:
„Ein Engel hat Dich gern.“
Dein Kummer wird verfliegen,
die Tränen Dich befrei´n,
ein Engel sanft Dich tröstet
im hellen Lichterschein.
Das Testament des Tieres
Liebes Frauchen (Herrchen), mein über alles geliebter Mensch!
Weißt Du noch, wann und wie wir uns zum ersten Mal trafen?
Erinnerst Du Dich, wie glücklich wir waren
und wie sehr wir uns liebten?
Auch wenn Du meinst, Du hättest Dich für mich entschieden,
hatte doch ich Dich gewählt.
Ich kam zu Dir, weil ich zu DIR wollte.
Meine Aufgabe war, Dich glücklich zu machen.
Auch wenn ich manchmal unartig war
und Du Dich über mich geärgert hast,
auch wenn es schwere Zeiten gab –
vor allem zuletzt, als ich so krank war –
so waren wir doch lange füreinander da.
Und wir waren glücklich.
Danke für das Zuhause, das Du mir gabst,
danke für Deine wunderbare Liebe!
Doch leider ist meine Zeit vorbei,
unsere Wege müssen sich trennen.
Du kannst mich dieses Mal nicht begleiten,
ich muß ohne Dich geh’n.
Ich weiß, Du bist traurig und wolltest mich behalten,
aber es ging nicht mehr.
Ich bin jetzt wieder frei,
und ich habe keine Schmerzen mehr.
Und auch wenn Du mich nicht mehr täglich um Dich siehst,
ich habe Dich nicht verlassen,
sondern ging Dir nur voraus.
Sei sicher, ich lebe weiter:
in Deinem Herzen und in dem Land der Regenbögen.
Die Liebe, die wir teilten,
wird uns für immer verbinden, bis wir uns wiederseh’n!
Mein letzter Wunsch an Dich ist:
laß meinen Platz nicht leer,
laß wieder einen Hund in Dein Haus und in Dein Herz hinein.
Bewahre Dir Deine Liebe im Herzen für mich,
denn sie hält mich lebendig für immer.
Sei Dir bewußt, daß ich Dich ebenso sehr liebe für immer.
Aber gerade deshalb ist mir wichtig,
daß mein Platz an Deiner Seite nicht leer bleibt.
Mit einem neuen Gefährten zeigst Du mir,
daß Dir unsere Zeit wichtig war.
Sag nicht, mein Tod tut so weh
und Du willst das nicht mehr erleben.
Würdest Du denn Deinen Schmerz
und Deine Trauer tauschen wollen um den Preis,
daß Du unsere Liebe und alle Erinnerungen
an unsere kurze gemeinsame Zeit verlierst?
Das wird auch mit dem neuen Tier so sein!
Sag nicht, es werden zu viele,
Du kannst die Verantwortung nicht mehr tragen.
Es gibt noch so viele alte und kranke Tiere,
die niemand mehr will für die kurze Zeit, die ihnen bleibt.
Sag nicht, Du hättest mich so geliebt
und willst mich nicht verraten.
Du verrätst mich nicht,
der neue Kamerad wird unsere Liebe nicht löschen,
sondern ehren.
Gerade weil Du mich so geliebt hast,
wäre es traurig, wenn dieses liebende Herz kein anderer mehr bekäme.
Der Platz, den ich in Deinem Herzen habe,
der gehört mir für immer.
Aber ich wünsche mir,
daß Du bald wieder richtig glücklich sein kannst.
Deshalb möchte ich alles verschenken,
was ich besaß auf dieser Welt: mein wunderbares Körbchen,
meine weichen Decken, die gefüllten Futternäpfe,
die liebevoll streichelnden Hände.
All mein Hab und Gut soll ein armes Wesen bekommen,
das sonst keiner will.
Ein Hund, den lieblose Menschen ausgesetzt oder verstoßen haben.
Ein Welpe oder ein älteres Tier,
das sonst vielleicht getötet werden würde.
Mein letzter Wunsch ist:
verschenk mein Erbe an einen Hund,
der es dringend braucht.
Ich liebe und warte auf Dich,
Dein Dich für immer liebender kleiner Freund
im Regenbogenland.
Als Du gingst
Als Du gingst, ging auch das Licht
und unsere Welt wurde dunkel.
Als Du gingst, ging auch unsere Freude,
denn es gibt nichts mehr, das uns erfreut.
Als Du gingst, ging auch die Wärme,
denn es gibt nichts mehr, das uns wärmen kann.
Als Du gingst, ging auch unser Glück,
denn es gibt nichts mehr, das uns glücklich macht.
Als Du gingst, starb auch ein Teil von uns!
(Autor: Nadine Friedrich)