Abschied von einem geliebten Tier

Weine nicht

Weine nicht, wenn ich einst gehe –
still verlasse diese Welt.
Fühle, wie der Wind voll Liebe
zärtlich sanft im Arm Dich hält.

Leise flüstert er die Worte:
“Schau hinauf ins helle Licht.“
Auf dem Stern sitz´ ich und winke –
darum Frauchen: weine nicht!

Oft werd´ ich in Deinen Träumen
Dich begleiten durch die Nacht,
bis am Morgen in der Frühe
Dir die Sonne fröhlich lacht.

Niemals will ich Tränen sehen
rinnen über Dein Gesicht.
Begleiten wird Dich meine Liebe,
darum Frauchen: weine nicht!

Still, seid leise…

Still, seid leise,
es ist ein Engel auf der Reise.
Er wollte nur kurz bei Euch sein,
Warum er ging, weiß Gott allein,
vergesst ihn nicht, er war so klein.

Ein Hauch nur bleibt von ihm zurück,
in meinem Herzen ein großes Stück.
Er wird jetzt immer bei Euch sein,
vergesst ihn nicht, er war so klein.

Geht nun ein Wind an mildem Tag,
so denkt, es war sein Flügelschlag.
Und wenn Ihr fragt, wo mag er sein?
Ein Engel,der ist nie allein!

Er kann jetzt alle Farben seh´n,
auf Pfoten durch die Wolken geh´n
und wenn Ihr ihn auch so vermisst
und weint, weil er nicht bei Euch ist,
dann denkt, im Himmel, wo’s ihn jetzt gibt,
erzählt er stolz:

Ich wurd´ geliebt!

(Verfasser unbekannt)

Schmerz

Der Schmerz, den Du heute fühlst,
bringt Dir eines Tages neue Kraft!
Ich weiß, eines Tages wirst
Du wieder lachen und von
ganzem Herzen fröhlich sein.

Doch bis Dein Leid und
Dein Schmerz verstrichen
sind, brauchst Du nicht zu denken,
daß Du stark sein mußt
– Deine Gefühle sind echt,
und Du brauchst Dich nicht zu schämen,
wenn Dir zum Weinen zumute ist.

Es gibt schwere Wege im Leben,
die wir ganz alleine gehen müssen,
obwohl liebe Menschen nie von Deiner Seite weichen.
Die Gefühle, die Du spürst,
können auch nur von Dir getragen werden.

Vergiß aber nicht,
daß Du nicht allein bist.
Alle, die Dich lieben,
sind in Gedanken bei Dir.

Du wirst wieder Kraft finden,
Frieden und Freude zu fühlen.
Denn alles braucht seine Zeit.

(Autor: Unbekannt)

Das Regenbogenland

Es ist uns allen unbekannt
und heißt „Das Regenbogenland“.
Wann immer ein Tier von uns geht
und man die Welt nicht mehr versteht,
weiß man auch tief in seinem Herzen,
es ist befreit von allen Schmerzen.

Und es genießt es, frei zu sein.
Nur wer zurückbleibt ist allein…
Nun kann es springen, laufen, spielen,
bis irgendwann eins von den vielen
mit einem Male inne hält.
Erinnert sich, dass jemand fehlt.

Egal, wo es jetzt gerade weilt,
beglückt kommt es herbeigeeilt.
Dort, wo der Regenbogen endet,
ihr irgendwann euch wieder findet.

Du kannst…

Du kannst Tränen vergießen, weil er gegangen ist,
oder Du kannst lächeln, weil er gelebt hat.

Du kannst Deine Augen schließen und beten, daß er
zurückkommen wird,
oder Du kannst Deine Augen öffnen und sehen, was von ihm geblieben ist.

Dein Herz kann leer sein, weil Du ihn nicht mehr sehen kannst,
oder es ist voll von der Liebe, die er mit Dir geteilt hat.

Du kannst dem Morgen den Rücken drehen und im Gestern leben,
oder Du kannst dankbar für das Morgen sein,
eben weil Du das Gestern gehabt hast.

Du kannst immer nur daran denken, daß er nicht mehr da ist,
oder Du kannst die Erinnerungen an ihn pflegen und sie in Dir weiterleben lassen.

Du kannst weinen und Deinen Geist verschließen, leer sein und Dich abwenden,
oder Du kannst tun, was er wünschen würde:

Lächeln, die Augen öffnen, lieben
und weitermachen…

(Autor: Unbekannt)

Nicht alle Schmerzen sind heilbar

Nicht alle Schmerzen sind heilbar, denn manche schleichen
sich tiefer und tiefer in´s Herz hinein.
Und während Tage und Jahre verstreichen,
werden sie Stein.

Du sprichst und lachst, wie wenn nichts wäre,
sie scheinen zerronnen wie Schaum.
Doch Du spürst ihre lastende Schwere
bis in den Traum.

Der Frühling kommt wieder mit Wärme und Helle,
die Welt wird ein Blütenmeer.
Aber in meinem Herzen ist eine Stelle,
da blüht nichts mehr.

(Autor: Ricarda Huch)